DIE SHORTLIST
Fame in Sicht – da ist die Shortlist 2026
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Partypeople // Stefan Sommer
Der Roman blickt mit kalter Komik in die Welt des großen Geldes: erzählt von Rich Kids, Tech-Oligarchen, performativer Männlichkeit und neuem Kapitalismus. Man hofft auf einen Ausweg, und ahnt doch, dass es keinen geben kann.
Alles zielt auf den einen viralen Augenblick, der wie ein beschworener Zauber behandelt wird. Der Roman inszeniert Social‑Media‑Kippmomente wie kleine magische Rituale. Die Figuren sind größer als das Leben gezeichnet, fast wie Geister aus einer Club‑Mythologie.
Die Gegenwart wird durch ihre Codes erzählt – Techno, Streaming, Viralität, Agenturen, VC‑Geld… Hier wird durch performatives Durchspielen von Szenen Pop-Theorie zum Leben erweckt.
Erschienen im Otto Müller Verlag
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Das Leben eines Influencers // Daniel Kostuj
14 Tage im Leben des Influencers Jayden Checker, hautnah, UNCUT, unverfälscht.
Handy, Social‑Media‑Feeds, Zahlen und Kommentare verhalten sich wie feindliche Wesen, Notifications werden zur apokalyptischen Naturgewalt. Jaydens Innenleben und Körperwahrnehmung sind so überhöht, dass sie ins Grotesk-Magische kippen. Fitness- und Alpha‑Sprache, Motivations‑ und Hate‑Kommentare, Markennamen, Selbstoptimierung, Steroid‑Zyklen verschmelzen die Pop‑Oberfläche und Jaydens psychische Erosion untrennbar miteinander.
Erschienen bei Container Press
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Image // Svea Mausolf
Image ist eine düstere, bitterböse Satire auf eine verrohte Gesellschaft, in der moralische Grenzen längst überschritten sind.
Hier entsteht aus dem gnadenlos genauen, zugleich grotesken Beschreiben von Körpern, Begehren, Scham und Klassensymbolen eine Wahrnehmungs‑Intensität, die banale Szenen ins Surreale kippen lässt. MAGIC!Ganz im Pop-Sinne ist die Sprache Material und Rede, nicht Analyse. Maximal gegenwarts‑ und milieu‑gesättigt. Die Figuren-Konstellationen sind so gebaut, dass man sie nicht nur als Plot, sondern als „Figuren‑Memes“ erinnert.
Erschienen im Gutkind-Verlag
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Die Welt hat blaue Haare // Paula Steiner
Eine Gesellschaftssatire über Instagram-Feminismus und sexuelle Identität.
Die personifizierte Welt, Dunja, mit ihren blauen Haaren wird zu einer fast mythischen Figur, deren Präsenz und Verschwinden Luisas Wahrnehmung strukturiert. Der Tonfall ist direkt, witzig und drastisch, mit Meme-fähigen Sätzen wie “Männer haben Angst vor blutenden Mädchen”. Die Coming-of-Age Themen Sex, Begehren, Familie, Grenzen werden mit symbolischer Wucht aufgeladen und in schulischen Pop-Settings verhandelt.
Erschienen im Leykam Verlag
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Achtzehnter Stock // Sara Gmuer
Ein sommerlicher Großstadtroman zwischen Platte und Glamour über die großen Träume.
Eine feine, unaufdringliche Verzauberung des sozialrealistischen Settings zieht sich durch den Roman. Die Körper der Bewohner*innen und das Haus reagieren gleichermaßen auf Klima, Armut und Stress, und erzeugt eine leicht verschobene, fast traumartige Realität. Die Sprache ist direkt, bildkräftig und mit pointierten Vergleichen, nah an der Alltagssprache, ohne in Jargon zu kippen. Der Roman sitzt mitten in der deutschen Großstadt‑Gegenwart: Hartz‑IV‑Diskurs, Casting‑Realität, Kinderarzt „Dr. Haus“, TV‑Dauerberieselung und Schauspiel‑Träume.
Erschienen bei hanserblau
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